Das Projekt "Spiegelland" von Alexey Alexeev erzählt von Menschen, die auf den ersten Blick ganz normal aussehen. Sie gehen in die Arbeit, ziehen Kinder auf, und am Wochenenden unternehmen sie etwas, das sie erfüllt. Wenn man jedoch genauer hinschaut, sieht man, dass sie zu vollkommen unterschiedlichen, parallelen Welten gehören. Und je genauer wir diese Welten untersuchen, desto "interessanter und interessanter" werden sie: Die Gestalten aus "Spiegelland", erinnernd an Lewis Carroll's Figuren, leben nach den ihnen eigenen manchmal logischen, manchmal absurden Regeln, jedoch immer ausserhalb der Grenzen von Zeit und Vorurteil, die unserern Alltag bestimmen.
Das Projekt wurde in Ambrotype-Technik realisiert, die eine Art von Nassplatten - Collodium - Verfahren ist, das in der Mitte des 19. Jahrhunderts in England erfunden wurde. Es ist dies auch der photographische Prozess, den Carroll selbst, ein grosser Anhänger der Photographie, verwendet hat. Eine Glasplatte, reine Silberpartikel und ein Lack mit dem Duft von Lavendelöl: es sind dies die Hauptbestandteile von Ambrotype, der ewigen Photographie.
Eine Besonderheit von Ambrotype ist, dass der gesamte Prozess von der Aufnahme bis zum fertigen Bild nicht länger als zehn Minuten dauern darf. Diese Eile bedeutet, dass der Photograph einerseits in jedem seiner Handgriffe sehr rasch und präzise arbeiten muss, und setzt auf der anderen Seite eine durchdachte Vorbereitung der Aufnahme voraus.
Diese Bedingungen verwandeln die photographische Sitzung in ein Theaterstück, in dem der Photograph ebenso wie das Modell die Rollen von Schauspieler und Zuschauer einnehmen. Das Resultat ihrer Interaktion ist nicht immer vorhersehbar, aber es ist mit Sicherheit ungewöhnlich und ein bisschen verrückt. Wie die Cheshire-Katze gesagt hat: "Wir sind alle verrückt hier. Ich bin verrückt. Du bist verrückt."
Spiegelland